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Materialien  

Noch vor hundert Jahren wurden Haferlschuhe komplett aus Leder gefertigt.  Denn Gummi- und Profilsohlen waren noch nicht erfunden. Um den Schuhen im Gelände dennoch einen sicheren Tritt zu geben, benagelten die Schuhmacher die Sohlen mit handgeschmiedeten Eisennägeln. Dafür musste das Sohlenleder entsprechend robust und standig sein, wie es in Bayern heißt. Das Oberleder, das den Fuß umhüllt, sollte sich dagegen mit dem Fuß bewegen können. Das ist der Grund dafür, dass für das Oberleder und das Sohlenleder, für Futterleder und Rahmen bis heute unterschiedliche Lederqualitäten verarbeitet werden – überwiegend vom Rind. Denn dieses liefert seit Jahrhunderten ein unübertroffen schönes und funktionstüchtiges Leder. 

Historischer Haferlschuh mit Eisennägeln
Historischer Haferlschuh mit Eisennägeln

 

Original Haferl – Qualität durch gesunde Häute und kontrollierte Gerbung 

Neben der Gesundheit der Rinder gibt die Gerbung die Eigenschaften des Leders und damit seine spätere Verwendung vor. Dabei ist der Rücken (auch Kern oder Croupon) immer der beste Teil der Haut. Daraus werden – auch bei uns - die am stärksten belasteten Teile des Schuhs geschnitten.

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Für die Sohlen unserer Haferlschuhe verarbeiten wir Rindercroupons, die kombiniert gegerbt werden. Denn dieses Leder hat gleich zwei Vorzüge: Als Laufsohle verarbeitet, ist es einmalig robust und langlebig. Als Brandsohle verarbeitet, wirkt es natürlich desodorierend und antibakteriell und fördert so ein gesundes Fussklima.

Für das Oberleder und Futterleder unserer Haferlschuhe verwenden wir hochwertige chromgegerbte Kalbleder und Rindleder. (z.B. Haferl Ludwig, Max oder Joseph)

Wir bevorzugen hier chromgegerbte Häute, weil die feinporige dichte Struktur chromgarer Leder durch rein pflanzliche Gerbstoffe bisher nicht zu erzielen ist. Ohne die adstringierende (zusammenziehende) Wirkung des Chromsalzes sind rein vegetabile Leder auch deutlich weniger formbeständig.  Das würde aber die Qualität unserer Haferlschuhe mindern, die aber  langlebig schön und belastbar sein sollen.

Eine Ausnahme macht das traditionelle Juchtenleder, das wir ebenfalls als Schuhoberleder verarbeiten. Es wird nur mit Chrom angegerbt und dann pflanzlich ausgegerbt. Eine Appretur mit Birkenteeröl nach alter russischer Rezeptur gibt ihm am Ende den unverwechselbaren Duft. 

Alle genannten Gerbverfahren, die wir von Original Haferl® nutzen, wurden aus alten Verfahren weiterentwickelt und verbinden das Beste aus Altgerberei und moderner Gerberchemie.  

Ein Blick zurück – Ledergerbung früher und heute

Bis ins späte 19. Jahrhundert kannte man nur die Gerbung mit natürlichen Gerbstoffen aus Rinden, Früchten, Mineralien (Alaun), Fetten (ranziger Fischtran) und einigen abenteuerlichen Zutaten wie Urin und Hühnermist. Das  änderte sich im 19. Jahrhundert, als der Gerbprozess wissenschaftlich erforscht wurde, und moderne Chemie Einzug hielt. Chromsalze aus dem Labor verkürzten nun die Gerbprozesse von Wochen und Monaten auf wenige Tage. Das ist zwar enorm viel wirtschaftlicher. Doch die hygienischen Standards haben sich geändert, und heute hat der Gerbstoff Chrom ein gewisses Image-Problem.

Hier sollte man unbedingt differenzieren, meinen wir von Original Haferl®. Denn die Gefahren durch Chrom sind tatsächlich gut beherrschbar. Durch geschlossene Wasserkreisläufe und Recycling der Gerbbrühen können die giftigen Abwässer nicht mehr ins Grundwasser gelangen. Auch eine Oxidation des ungefährlichen Gerbstoffes Chrom III zu giftigem Chrom VI kann heute verfahrenstechnisch verhindert werden. Darauf verpflichten nicht zuletzt die EU-Richtlinien (REACH-Verordnungen) alle europäischen Hersteller und Importeure durch strenge Vorgaben.

Da wir von Schwangau Schuh kein Leder unbekannter Provenienz beziehen, sondern ausschließlich aus bekannten Spitzengerbereien in Deutschland und Italien, sind auch Gesundheitsrisiken durch das Leder unserer Haferlschuhe nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen. 

Leder

Oberleder – Futterleder

Die meisten unserer Haferlschuhe sind aus Rindleder gearbeitet. Dieses ist „von Natur aus“ sehr fest und dick – stärker als Kalbleder von Jungrindern und viel stärker als Boxkalbleder von Milchkälbchen. Um auch die mengenmäßig ergiebigere Haut ausgewachsener Rinder verarbeiten zu können, kann man es spalten und dadurch dünner machen. Die obere Seite wird als Narbenspalt, die untere, beidseitig faserige Seite, als Veloursspalt bezeichnet. Diese Hälften sind nun ausreichend biegsam und lassen sich als Schuhoberleder und Futterleder verarbeiten. 

Wir verarbeiten den Narbenspalt als Glattleder oder Nubukleder (angeschliffene Oberfläche), als Fett- oder Juchtenleder und, besonders dünn gespalten, auch als Futterleder.

Lederarten bei Original Haferl

Rindleder geölt wird beim Gerbverfahren stark gefettet und bekommt dadurch eine lebendige, wolkige Patina.

Beim Rindleder pull-up wird die Lederhaut ungleichmäßig per Hand eingefärbt. Durch dieses spezielle Verfahren bricht die Lederoberfläche leicht auf und es bildet sich ein „Used-Effekt“.

Fettnubuk wird durch den Eigenfettgehalt nach längerem Tragen leicht speckig.

Das Juchtenleder wird mit Birkenrindenteer imprägniert und stark gefettet. Dadurch ist das Leder weich, extrem widerstandsfähig und wasserdicht.

Sohlenleder

Unsere Sohlen schneiden wir aus Rindercroupons (Rückenteil), die im Kombinationsgerbverfahren gegerbt werden. Dabei werden die Felle nach dem Wässern, Enthaaren und Entfleischen (sog. Wasserwerkstatt) im ersten Gerbgangmit synthetischen Gerbstoffen angegerbt und anschließend mit pflanzlichen Gerbstoffen ausgegerbt. Traditionell wurden dafür nur gerbstoffhaltige Baumrinden verwendet, wie Eichenrinde, Fichtenrinde und Mimosa. Heute kann man den Gerbprozess etwas beschleunigen, wenn man statt gehäckselter Rinde (Lohe) Rindenextrakte zusetzt.

Nach der Gerbung wird die Rinderhaut in der benötigten Stärke gespalten. Für die Laufsohlen verwenden wir für Original Haferl® den stabilen Narbencroupon, der durch Walzen noch mechanisch verdichtet wird. Für die Brandsohlen und Zwischensohlen verarbeiten wir den weicheren Spaltcroupon. Damit können wir verhindern, dass der Schuhboden verblockt. Dieser durchdachte Aufbau (siehe auch unsere Info „Aufbau eines Haferlschuhs“) und die sorgfältige kontrollierte Gerbung machen unsere Haferlschuhe ebenso widerstandsfähig wie komfortabel. 

Gummiprofilsohle

Was an Haferlschuhen und Stiefeln früher die Sohlennägel leisteten, übernehmen heute Gummiprofilsohlen. Diese verbinden mehrere Vorzüge: Die modernen Profile sind viel griffiger als Nägel und schützen außerdem perfekt gegen Nässe.

Wir arbeiten nur mit Profilsohlen der Marken Vibram® und Skywalk®. Durch ihre hochwertigen Gummimischungen und die innovativen Profile haben sich diese Markensohlen seit Jahrzehnten bestens bewährt.

Sohlen - Ledersohle, Profilsohle, Leichtgummisohle

 

Unsere beliebtesten Haferlschuhe

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