Unsere Manufaktur – wie ein Original Haferl Schuh entsteht

Vom Lederzuschnitt bis zur fertigen Sohle: rund 200 Arbeitsschritte stecken in jedem zwiegenähten Haferlschuh – gefertigt in unserer eigenen Manufaktur in Ungarn mit über 100 Jahren Tradition.

Darauf fußt alles – die Sohlenbefestigung

Wie die Sohle befestigt ist, entscheidet maßgeblich über die Qualität eines Schuhs. Im 20. Jahrhundert wurden zahlreiche moderne Industrieverfahren entwickelt – Ankleben, Strobeln, Vulkanisieren, das Flüssiganformen von Kunststoffsohlen. Doch die alten, handwerklich überlieferten Macharten stehen bis heute für konkurrenzlose Spitzenqualität. Sohle und Oberteil werden dabei nicht durch chemische Hilfsmittel zusammengefügt, sondern altmodisch genäht – wie es europäische Schuhmacher über Jahrhunderte entwickelt haben.

Nähen ist aufwendig und dauert länger als Klebstoff auftragen. Dafür sind genähte Schuhe einmalig robust und langlebig. Sie gehen auch nach intensivem Tragen nicht „aus dem Leim", behalten ihre Form und entwickeln eine Patina, die mit der Zeit immer schöner wird. Nutzt sich die Sohle ab, lässt sich der Schuh in unserer Werkstatt originalgetreu neu besohlen.

Original zwiegenäht – eine königliche Technik

Auch unsere Original Haferl® Schuhe sind genäht – zwiegenäht. Von allen Sohlennähtechniken (Durchnähen, Flexibelnähen, Zwieflexnähen) sind die zwiegenähte Machart und die verwandte rahmengenähte Machart (z. B. Haferl Joseph) die mit Abstand anspruchsvollsten. Ihre Anfänge reichen bis in die Frühe Neuzeit zurück – sie gelten bis heute als die königlichen Techniken der Schuhherstellung.

Unsere Haferlschuhe stehen bewusst in dieser Tradition. Mehr Solidität und Qualität geht im handwerklichen Schuhbau nicht.

Von der Handarbeit zur maschinellen Fertigung

Seit Menschengedenken war die Schuhherstellung reine Handarbeit – bis vor 150 Jahren die ersten Sohlennähmaschinen Einzug hielten. Diese änderten zunächst nicht die Art der Schuhherstellung, arbeiteten aber gleichmäßiger, schneller und damit preiswerter als menschliche Hände.

Es waren vor allem die neuen Techniken des 20. Jahrhunderts, die die Qualität der Schuhe tiefgreifend veränderten. Die Schuhe wurden leichter und billiger, aber auch instabiler und anfälliger. Gehen sie einmal „aus dem Leim", sind sie meist irreparabel ruiniert – ihnen fehlt zudem die Materialqualität, um attraktiv zu altern.

Auch unsere Schuhe werden unter Mithilfe von Maschinen in einer kleinen Manufaktur hergestellt. Doch die mechanischen Wunderwerke der Frühindustrialisierung müssen fachgerecht bedient werden – das können nur versierte, erfahrene Fachkräfte mit ausgeprägtem handwerklichem Geschick. So steckt in jedem Original Haferl® neben besten Materialien ein sehr hoher Anteil an Handarbeit.

Unsere Manufaktur in Ungarn

Alle Schuhe von Original Haferl® werden nach eigenen Entwürfen in unserer traditionsreichen Manufaktur in Ungarn gefertigt – einem Produktionsstandort mit über 100-jähriger Geschichte, geprägt durch die Epoche der ungarisch-österreichischen k.u.k.-Monarchie mit ihrem glanzvollen gesellschaftlichen Leben und den damit verbundenen hohen handwerklichen Standards.

200 Arbeitsschritte pro Paar
100+ Jahre Manufaktur-Tradition
k.u.k. handwerkliche Wurzeln

Mehr über die Hintergründe unserer Marke und Manufaktur lesen Sie auf der Seite Über uns.

Herstellung in der Manufaktur – so wird ein Haferl gemacht

Aus den einzelnen Werkteilen entsteht in fünf Hauptetappen ein zwiegenähter Original Haferl®:

1

Stanzerei & Stepperei

Mit Stanzmessern werden aus den passenden Lederqualitäten Schaft (Oberleder, Futterleder) und Sohle (Brand- und Laufsohle) ausgestanzt. Stepperinnen nähen die einzelnen Teile an Nähmaschinen zusammen, an denen schon mehrere Generationen vor ihnen gearbeitet haben.

2

Zwicken

An Fußspitze und Ferse werden zwischen Oberleder und Futterleder Steifkappen eingelegt, die dem Fuß später Halt geben. Nach Befestigung der Brandsohle auf dem Leisten zieht der Zwicker den Schaft mit der Zwickmaschine glatt – während er den Leisten mit den bloßen Händen führt.

3

Einstechen

Die Einstechmaschine näht im horizontalen Kettenstich Oberleder, Brandsohlen-Lippe und Rahmen zusammen. Vom Einstecher erfordert das Kraft und Geschick, den Schuh im richtigen Winkel um die Nadel zu führen. Wer nicht akkurat arbeitet, lässt den Schuh später klobig wirken.

4

Ausballen & Doppeln

Zuerst wird Faservlies (Ausballmasse) aufgelegt, das später einen weichen Auftritt gibt. Dann wird der Rahmen nach außen umgebogen, und mit der Doppelmaschine in zweifädigem Steppstich daran die Sohle angenäht.

5

Finish & Endkontrolle

Sohle und Schnittkante des nun fertig montierten Schuhs werden geschliffen, eingefärbt und poliert. Letzte prüfende Blicke, dann reist der Schuh Richtung Schwangau – von dort aus geht er zu unseren Kundinnen und Kunden.

Wir bei Original Haferl® sind stolz darauf, unsere Schuhe im klassischen Schuhland Ungarn zu fertigen. Hier verbindet sich bis heute bewährte Handwerkstradition mit moderner Fertigungstechnik – und ermöglicht eine Qualität, die wir für jedes unserer Modelle garantieren.

Mehr zur Marke, zu Material und zur Pflege

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Über uns Materialien Schuhpflege

Die Geschichte des Haferlschuhs – von 1803 bis heute – lesen Sie auf unserer Geschichte-Seite. Bei Fragen zu Größe, Eintragen oder Material schauen Sie in die FAQ.

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